Airedale Terrier Club Schweiz - SATC

CSAT - Club Suisse de l'Airedale Terrier

Wesensprüfung - Sinn und Zweck


Die Wesensprüfung – Sinn und Zweck

Die Wesensprüfung ist seit vielen Jahren ein wichtiger Teil der Erteilung der Zuchtzulassung für Airedale Terrier in der Schweiz. Wie bei den meisten anderen Gebrauchshunderassen wurde somit schon immer viel Wert auf die Vererbung eines selbstsicheren und typspezifischen Wesens geachtet, und nicht nur auf die Schöhnheit beziehungsweise den “Formwert”.  Seit  Mitte 2005 wurde von der SKG die Wesensprüfung zwingend für alle in der Schweiz zur Zucht zugelassenen Hunderassen eingeführt, was veranschaulicht, dass gerade die Gebrauchshundezucht in dieser Hinsicht schon lange auf dem richtigen Weg war. Durch die Erkenntnis, dass das Wesen/Verhalten eines Hundes zu mindestens 30% vererbt ist, scheint diese Praxis auch wissenschaftlich gerechtfertigt. Insbesondere ist es mittlerweile unbestritten, dass gewisse Einschränkungen des Hundewesens wie Ängstlichkeit oder übertriebene Aggression gegenüber Menschen zu einem gewissen Grad angeboren sind, wobei sich normales Verhalten wie bei anderen Spezies natürlich in einem relativ weit gefassten Varianzbereich bewegt und durch die Prägung, Haltung und Ausbildung eines Hundes z.T. massgeblich beeinflusst werden kann.

Es ist wichtig, dass unterschieden wird zwischen der rassespezifischen Wesensprüfung zur Zuchtzulassung und einem Wesentest wie er unter Umständen für Hunde nach einem Zwischenfall mit Anzeige durch das Veterinäramt zur Anwendung kommt. Diese Unterscheidung ist nicht zuletzt deshalb sehr relevant, weil im Falle eines Nichtbestehens der Wesensprüfung lediglich die Zuchtzulassung nicht gewährt wird. Es gibt also keine weiteren Konsequenzen im täglichen Leben, und für die meisten Hundebsitzer und -besitzerinnnen ist und bleibt ihr Hund richtigerweise der Beste und Liebenswerteste der Welt, auch wenn er die Wesensprüfung nicht bestehen sollte.

Nichtsdestotrotz liefert die Wesensprüfung gerade für die Züchter sehr wertvolle Informationen betreffend ihre Zuchtstrategie und zukünftige Ausrichtung, z.B. durch die Wahl eines Rüden zu einer bestimmten Zuchthündin. Daher sind wir im SATC der Meinung, dass es für unsere Airedale-Zucht nicht nur zu begrüssen sondern sogar wünschenswert ist, dass mehr Hunde an der Wesensprüfung gezeigt werden, auch wenn diese Hunde später nicht für die Zucht eingesetzt werden sollen.

Der SATC möchte daher in der Zukunft weiterhin sogenannte Wesensprüfungstrainings anbieten, damit sich Airedalebesitzer und -besitzerinnen ein Bild von den Elementen dieser Wesensprüfung machen können. Solche Trainings werden jeweils im Anschluss an unsere alljährliche Ankörung angeboten. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick vermittelt werden.

Sämtliche Hunde dürfen an einer Wesensprüfung teilnehmen, auch kastrierte Tiere oder ältere Hunde, das Mindestalter beträgt allerdings 12 Monate. Im Gegensatz zu einer eigentlichen Ankörung, also der eigentlichen Zuchtzulassung, sind weder HD/ED-Röntgen noch PRA-test noch andere Bedingungen zu erfüllen. Auch das Äussere des Hundes (oder Formwert) wird nicht beurteilt. Allerdings sind chemisch kastrierte Rüden nicht zugelassen, da der Testosteronspiegel einen Einfluss auf das Verhalten haben kann. So könnte es sein, dass ein chemisch kastrierter Rüde ein normales Verhalten zeigt, nach dem Abklingen der chemischen Kastration aber ein verändertes ev. unerwünschtes Verhalten, welches nicht in die Beurteilung einbezogen wurde.
Der Wesensrichter muss für die Ausübung seiner Tätigkeit eine mehrjährige Ausbildung mit mehreren Anwartschaften im Beisein von bereits zertifizierten Wesensrichtern vorweisen. Er wird mit dem Hundehalter in einem kurzen Gespräch herausfinden, wie der Hund genau gehalten und ausgebildet wird, z.B. ob er primär in einer Familie in Haus und Garten oder als Diensthund im Zwinger und im Arbeitsumfeld gehalten wird.

Eine grosse Bedeutung wird dem Verhalten des Hundes in der sogenannt friedlichen Situation geschenkt.  In der friedlichen Situation soll sich der Hund sicher, furchtlos, und gutartig zeigen. Unerwünscht sind misstrauisches, ängstliches oder gar schreckhaftes und aggressives Verhalten.

Geprüft wird der Hund unter anderem anhand der sogenannten Personengruppe. Der frei laufende Hund wird mit einer Gruppe von 10-20 Personen konfrontiert. Diese Personen bewegen sich nach den Vorgaben des Richters um den Hund herum, während er die Reaktionen der Hundes genau beobachtet.

Im weiteren wird die Reaktion des Hundes auf verschiedene Umwelteinwirkungen und Gegenstände beurteilt.  Erwünscht sind ein sicheres, furchtloses, gutartiges, und aufmerksames Verhalten. Misstrauen, Ängstlichkeit oder gar Schreckhaftigkeit und Aggression sind nicht erwünscht. Der Richter kann den Hund  mit verschiedenen Gegenständen, wie z.B. Glocken, Rätschen, Kanistern und Behältern mit Steinen drin oder auch mit grossen Tüchern konfrontieren. Wiederum wird die Reaktion des Hundes auf die ungewohnten Dinge und Geräusche beurteilt. Dazu gehört auch die Reaktion auf die Abgabe von 2 Schüssen aus einer Schreckschusspistole.  Schliesslich werden der Spiel- und Beutetrieb herausgefordert und bewertet. Erwünscht ist beim Airedale ein kräftiges Beutespiel mit dem Boudin. Im weiteren werden die Reaktionen des Hundes an der Leine, mit und ohne Beisein des Besitzers und unter verschiedenen Situationen beurteilt. Dieser Teil der Wesensprüfung gibt einen wertvollen Hinweis auf die innere Sicherheit und das natürliche Selbstbewusstsein des Hundes.

In unseren Wesensprüfungstrainings kann man die einzelnen Elemente jeweils mit einem lizenzierten Wesensrichter nach Wunsch ausprobieren. Ausserdem steht bei diesen Trainings genügend Zeit zur Verfügung um anhand der verschiedenen Hunde und deren Verhalten alle möglichen Fragen zu diskutieren und zu beantworten.

Das Zuchtziel für den Airedale Terrier sind selbstsichere und nervenstarke Hunde, welche sich nicht aus innerer Unsicherheit zur Aggression verleiten lassen. Natürlich gibt es da zahlreiche Schattierungen. Eine gewisse Unsicherheit kann altersabhängig sein (z.B. in der Pubertät), und eine hundegerechte und konsequente Erziehung ist gerade bei unsicheren Hunden äusserst wichtig. So ist und bleibt unsere wichtigste Aufgabe als Hundeführer und -führerinnen, dass wir unsere Hunde und ihre Reaktionen korrekt einschätzen und im Alltag adäquat damit umgehen.  Zum Glück zeigt unsere Erfahrung, dass die Airedales in der Regel sehr ausgeglichene Hunde sind die mit allen 4 Pfoten auf dem Boden stehen!

Wir würden uns sehr freuen, zahlreiche interessierte Airedale-Teams am nächsten Wesensprüfungstraining begrüssen zu dürfen. Angaben zur nächsten Ankörung sind auf der SATC-Website zu finden.

Barbara von Beust
Zuchtwartin SATC

Oktober 2016

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Termine

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09.09. SATC Herbstprüfung
09.09. Terrierschau, Eiken
23.09. Herbst-Ankörung

 

 

 

Impressionen

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